Wie alles begann...

Kati, Lena und ich lernten uns im Studium kennen. Ähnlich wie Hermine, Ron und Harry in Hogwarts hingen wir 4 Jahre lang ständig an der JAK-Akademie zusammen rum. Wir gingen in der Pause zusammen Verpflegung kaufen und kamen gemeinsam zu spät zu den Unterrichtsstunden.

Kati war die erste aus dem Semester, mit der ich mich außerhalb der Uni getroffen habe. Wir kommen beide von kleinen norddeutschen Dörfern und kannten niemanden in Hamburg, vielleicht daher die schnelle Verbindung? Lena hatte mich damals in der ersten Unterrichtsstunde direkt ins Herz geschlossen, weil ich natürlich (als Einzige) zu spät kam. Wir wurden schnell ein Dreiergespannt. Kurz waren wir auch zu viert. Louise Kenn hat sich allerdings nach dem dritten Semester verabschiedet, um sich der Literatur zu widmen. Mittlerweile eine kleine Berühmtheit der deutschen Poetry-Slam Szene! Wir sind stolz auf sie und große Fans ihrer Auftritte. 

In unserem ersten gemeinsamen Urlaub in Portugal kam uns erstmals der Gedanke eines eigenen Modelabels. Wir suchten mehr aus Jux, als aus Ernsthaftigkeit nach einem Namen...und kamen auf Kluntje!

Ein halbes Jahr später gab es in unserem Semester eine Gruppenaufgabe und z u f ä l l i g e r w e i s e   sind wir drei in eine Gruppe gesteckt worden. 

Unsere Aufgabe war es, eine Kollektion zu entwickeln, bei der wir einen Konktrast in Farbe und Form erzeugten. Wir ließen uns dafür von dem Buch   "Die Erde von oben"  von Yann Arthus-Bertrand inspirieren, einem Bildband von Landschaftsfotos aus der Vogelperspektive.

Wir nannten die Kollektion   W e l t a n s i c h t e n. 

Und als wären uns das nicht schon genug Aufgaben gewesen, entschieden wir uns für das Arbeiten mit Upcycling, Wir verwendeten für unsere Neunteilige Kollektion ausschließlich Altkleider und Reststoffe. Kati arbeitete mit Vierecken, ihr Farbthema waren Wälder und Felder. Lena arbeitete mit der dreieckigen Form und konzentrierte sich farblich auf Städte und Gebirge. Ich hab mich mit runden Formen beschäftigt und Meere und Strände als farbliche Orientierung genutzt.

Es stellte sich heraus, dass wir tatsächlich gut miteinander arbeiten konnten. Wir besorgten gemeinsam Materialien auf Flohmärkten und organisierten ganz nebenbei eine Kooperation mit dem Großunternehmen Otto, welches uns ihre Restposten an Materialien zukommen ließen. Der Aufwand und der Ehrgeiz, der sich mit dieser Aufgabe entwickelt hatte, zahlten sich aus. Wir wurden oft auf unsere Kollektion angesprochen und sie wurde auf unterschiedlichen Ausstellungen präsentiert, unteranderem war sie auch auf dem Sinnlichkeits-Festival in Magdeburg in einem Gefängnis zu sehen und hing während der Fashion Week in einem  Show Room in Berlin. Sie war unsere erste Kollektion, die bereits unter dem Namen "Kluntje" lief. Wir waren ganz Glücklich und freuten uns über unser gemeinsames Werk. 

Die Idee eines eigenen Labels wurde immer mehr Realität. 

Nach dem Abschluss an der JAK erinnerten sich unsere Dozenten an das Projekt Kluntje. Wir wurden dazu eingeladen, im Mundsburg-Center (einem großen Einkaufscenter in der Nähe der Alster) auszustellen und dort eine Ladenfläche zu bespielen. Wir stampften also binnen weniger Woche eine weitere (bzw. die erste richtige) Kluntje Kollektion aus dem Boden. Wir meldeten uns beim Bezirksamt an und zack waren wir eine kleine GbR. Der  aus Jux entstandene Name gefiel uns noch immer an und wurde zu einem Fashion Brand.

Heute schauen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf unsere Zeit in der JAK zurück, die sich mittlerweile soweit weg anfühlt. Wir sind froh, dort studiert und uns kennengelernt zu haben und hoffen, dass auch weitere Absolventen den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Und für unser bereits Stadtbekanntes Label hoffen wir, uns auch Deutschlandweit etablieren zu können. 

 

Julia Radewald