Mehr Druck, mehr Statements

Wir lieben Siebdruck.

Sich Motive einfallen lassen, diese auf Papier bringen, am Computer bearbeiten, damit in der Dunkelkammer mit Chemikalien das Sieb belichten und dann der erste Probedruck. Mit den Händen arbeiten, mit Farbe rumschmieren, genaues Platzieren und jedes mal, bevor man das Sieb wieder vom Stoff nimmt fiebern, ob der Druck wohl was geworden ist.

Im Folgenden wollen wir euch einmal die Hintergedanken zu jedem Statementdruck der aktuellen Kollektion erklären. Denn natrürlich sehen die Drucke nicht nur schön aus, sondern wir haben uns auch eine Menge dabei gedacht!

fashion as a political choice shirt

FASHION AS A POLITICAL CHOICE

Selbstredend. Oder nicht?

Mode und Politik? Klaro gehört das zusammen. Mode bedeutet Konsum und Konsum bedeutet Produktion und Produktion bedeutet leider meist sehr weit weg und das wiederum bedeutet, dass es im Verborgenen für uns liegt. Was man nicht sieht, kann man sich schwer vorstellen oder man vergisst es sofort, hinterfragt es erst recht nicht. Das ist wie diese Kisten mit ausrangierten Sachen unterm Bett, im Falle der Produktion sind diese Sachen sogar in der hintersten Ecke im Keller. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Geringe Standards und unvorstellbar miese Arbeitsbedingungen.

Wir sitzen am Ende der Herstellungsskette. Auf unserem Thron der Privilegien, die wir uns nicht verdient haben, sondern die wir in die Wiege gelegt bekommen haben. Allein dadurch, dass wir das Glück genießen, hier geboren zu sein.

Es herrscht immer noch eine Art Neokolonialismus, wir haben das Geld und die Technik, das Know-How und die Macht. Wir können Menschen den restlichen unangenehmen Teil, der noch zu erledigen ist, machen lassen. Einfach weil es möglich ist, weil das so funktioniert und zwar schon ziemlich lange. Es ist ja auch nicht so, dass diese Menschen gar nicht bezahlt werden, wir erhalten sozusagen ihre Jobs. Jajaja, so kann man sich das schönreden.

Es ist eine politische Entscheidung, dieses System weiterhin zu unterstützen.

Oder man blickt den Tatsachen mal tief in die Augen und stellt fest: Ich habe großes Glück, so privilegiert zu sein. Wie schön für mich! Zu diesem Privileg gehört auch, dass ich frei entscheiden kann, was ich kaufe. Und Jetzt kaufe ich nur ab und zu mal etwas und achte darauf, wo es herkommt. Und gleichzeitig kommen einige andere Menschen zu dieser Erkenntnis und handeln gleichermaßen, dann verändert sich schonmal etwas.

Es würden weniger potentielle Landwirtschaftsfelder für Nahrungsmittelanbau durch Monokulturen der Baumwolle (aus)genutzt werden und gleichermaßen könnte (das Verschmutzen von) Wasser gespart werden. Weniger Pestizide wären in Umlauf, bei ausgesuchtem Kauf in unserer Kleidung und an unserem Körper aber auch in den Lungen und auf der Haut all derer, die die Baumwolle für uns anbauen, verarbeiten und Färben. Unsere Politische Wahl ist es, unser Privileg verantwortungsvoll zu nutzen.

fair fashion herren männer shirt

Cube of variety

Das Motiv ist eine Illustration, die Julia per Hand gezeichnet hat. Das Motiv stellt die Frage nach der gesellschaftlichen Anpassung dar, was passt hinein und was fällt aus dem Rahmen? Es gibt so viele Farben und Formen von Menschen, Gesinnungen, Meinungen und Sichtweisen und vieles ergibt für sich selbst Sinn aber muss nicht unbedingt für andere sinnig erscheinen. Im Zusammenspiel durch die Vielfalt funktioniert unsere Welt.

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Love the curves

Selbstliebe ist so wichtig für uns alle! Dieses Druckmotiv soll dazu ermutigen, seinen eigenen Körper zu lieben mit jeder Kurve und allem, was dazugehört. Schließlich hat man eben nur den einen Körper, in dem man sein Leben verbringt. Jede Silhouette ist einzigartig und besonders, jeder Nippel hat eine andere Farbe und Form. Da muss man gar nichts vergleichen oder nach Unterschieden suchen. Das einzig wichtige ist, dass wir uns so annehmen, wie wir sind und uns wohl fühlen. Man hat noch genug andere Dinge im Leben zu tun, in denen es auf Leistung ankommt, die man unter Beweis stellen muss.

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Die Girlgun als Symbol für die Sisterhood

Der Fast Fashion mit Feminismus gegenübertreten

In Billiglohnländern werden Textilien zu etwa 80% von Frauen hergestellt. Die örtlich geltenden Rechte für Frauen und Mädchen sind dort bekannter Maßen eher unbedeutend. Deshalb müssen Modemarken, die in Ländern wie China, Indien, Bangladesh oder Rumänien produzieren, sie für sehr viele Stunden Arbeit unter äußerst schlechten Bedingungen auch völlig “rechtens” nur gering bezahlen. Weil es aber kaum Alternativen für sie gibt, sind die Frauen und Mädchen dort auf solche Arbeit angewiesen – und fühlen sich gezwungen, fast alles mit sich machen zu lassen, um überleben zu können.

Weil wir diese Ausbeutung von Frauen nicht unterstützen wollen, bieten wir mit unseren T-Shirts eine Alternative dazu.

Kati Gellert