55 / 7

P3010164.jpg

Minimalismus im Kleiderschrank

Minimalismus ist super! Ich mag es, wenn alles übersichtlich ist, wenn man nicht zu viel von allem hat und ich mich nicht lange entscheiden muss, was ich heute anziehe.

7 Wochen lang habe ich meinen Kleiderschrank auf 55 Kleidungsstücke reduziert und beobachte mich nun selber, wie gut, bzw. wie unfähig ich damit umgehe.

 

Erst erschien mir das Ganze recht simpel. Es macht echt Spaß, sich immer neue Kombinationen mit den gleichen Kleidungsstücken auszudenken. Und sogar das mit dem Waschen bekomme ich ganz gut auf die Reihe, zur Not auch per Hand! Es bemerkt niemand, dass ich immer die gleichen Sachen trage und ich fühl mich total kreativ  und irgendwie auch innovativ, mir immer neue Looks auszudenken. Also ein richtiger EGO-Pusher.

Doch nachdem ein T-Shirt verfärbt, ein Reißverschluss meiner Hose und einer an meinem Rock kaputt gegangen ist und ich zusätzlich vergangenes Wochenende meinen einzigen Schaal und einen meiner Handschuhe verloren habe, muss ich sagen, dass es doch gar nicht so einfach ist… Vor allem, da die vergangene Woche die kälteste im Jahr war!!!

Ich habe geschummelt und mir einfach einen neuen Schaal und einen neuen zweiten Handschuh aus meinem aussortierten Sortiment an Kleidungsstücken genommen…

 

Das verfärbte Shirt wollte ich eigentlich bleichen, ziehe es aber aus Gründen der Bequemlichkeit jetzt einfach so an, wie es ist. Zum Glück bin ich ja Designerin, denke ich. Da fragt schon keiner nach, warum ich so ein komisches Shirt trage.  

Mit den Reißverschlüssen ist das so eine Sache…da ich ja in den Künsten des Nähens ausgebildet wurde, sollte das Ganze kein sonderlich großes Problem darstellen. Tut es aber. Ich habe einfach so viel anderes wichtigeres Zeug um die Ohren, z.B. mir die neusten Spotify-Playlisten meiner Freunde anzuhören,…

Ich hab wirklich drüber nachgedacht, sie zur Änderungsschneiderei zu bringen! Aber auch diesen Move habe ich noch nicht getätigt, wie gesagt, kälteste Woche im Jahr!

Also beschränke ich mich lieber auf die übrigen 53 Kleidungsstücke. Und verrückter Weise geht auch das. Minimalismus aus purer Faulheit sozusagen. Gar nicht so schlecht, denke ich mir.

Soweit zu dem aktuellen Stand meiner Klamottenkur. Wenn jemand einen guten Änderungsschneider in Wilhelmsburg, auf der Schanze und in Altona kennt, gerne her mit der Adresse.

 

Love + Peace 

Julia

Julia Radewald