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an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Ein paar Gedanken über die Schönheit

von Katharina Gellert

 

Ach, Prinzessin! Schon wieder einen Schuh verloren? Oder dein Herz?

Jeder ist schön, das weißt du doch, hör mal auf mit deinen unnachvollziehbaren Komplexen!

Was ist das überhaupt für eine oberflächliche und vollkommen unzeitgemäße Frage?

Sonst willste dich doch auch immer durch dein reines Herz und deine Intelligenz unter Beweis stellen oder dich über deinen Bachelor in Bekleidungstechnik profilieren, Stroh zu Gold spinnen und so. Schon vergessen, dass Feminismus grad voll in ist? Guck mal auf Insta #girlpower

 

Jeder ist ja mal unsicher. Nicht nur die Prinzessinnen, sondern das alles gilt natürlich genauso für all die Prinzen da draußen, die sich vielleicht ab und zu fragen, ob sie das Biest oder der Schöne beim Cornern zwischen all den hippen dudes sind.

 

Es ist ein durch die Medien erzeugter Trugschluss, dass wir denken, oberflächliche Schönheit sei das aller Wichtigste im Leben. Dabei ist es eigentlich viel wichtiger, ein gutes Gefühl zu haben, wenn man nicht nur an sich selbst denkt, sondern rundum zufrieden mit seinem Handeln sein kann, weil es nachhaltig gesehen auch anderen Leute hilft. Dann fühlt man sich so strahlend und schön von innen, dass alle Zweifel hinter sich lassen kann. Wahrscheinlich heißt dieses Gefühl Zufriedenheit.

Ein besseres Gefühl gibt es eigentlich nicht. Sei es im Beruf oder in der Liebe, in unserem Hobby oder generell darin, wie man seine freie Zeit nutzt. Man ist so stolz, wenn man sich selbst etwas Gutes getan hat und weiß, dass die Auswirkungen dessen auch für andere gut sind.

 

Wenn man zum Beispiel einer alten Dame wie Frau Holle bei ihren täglichen Alltagsherausforderungen hilft, um auf sein Fusionticket zu sparen. Oder wenn man bei der neuen Flamme von seinem Vater rausgeworfen wurde und unverhofft Unterkunft in einer 7er Männer-WG gewehrt bekommt und dann im Gegenzug gerne deren Haushalt schmeißt. Win-win, da kann man seine feministischen Grundprinzipien auch mal ausnahmsweise links liegen lassen.

 

In unserer Prinzessinnenwelt hat man dieses Gefühl auch, wenn man sich kleidet.

Man soll sich natürlich schon schön fühlen aber eben durch und durch, nicht nur oberflächlich.

Schneewittchen, Aschenputtel, die arme Müllerstochter, sie alle werden in den Märchen als wunderschön beschrieben und zwar, weil sie ein reines Herz haben und sich das dann auch auf die Oberfläche widerspiegelt.

Und Aschenbrödel hatte ja sogar durch den Haselstrauß ziemlich schnell raus, dass es viel cooler ist, sich die Abendklamotte für die heftige Party des Prinzen zu leihen anstatt für jeden Abend ein neues Outfit zu kaufen. Bei einem unserer rückenfreien Nickikleider wäre sie allerdings bestimmt schwach geworden, wenn wir ihr erstmal von unserer lokalen Produktion in Berlin und unserer Biobaumwolle erzählt hätten.

 

Mit diesem Shooting wollen wir allen Prinzessinnen und Prinzen den Spiegel vorhalten, sodass sie selbst entscheiden können, womit sie sich als Schönste im ganzen Land fühlen können, völlig unabhängig davon, ob hinter den 7 Bergen noch eine andere rumrennt und Stories von ihren viel krasseren Outfits postet. Denn darum geht es schon lange nicht mehr!

 
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Kati Gellert