40 tage | 50 Teile
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So wie im letzten Jahr, faste ich auch in diesem wieder die Auswahl eines vollen Kleiderschrankes. Ich reduziere meinen Schrankinhalt auf 50 Teile. Inklusive Socken (,die ich als Paar zähle), Unterwäsche, Schuhe, Jacken.

Eigentlich war das recht simple. Ich habe mich einfach für meine Lieblingsteile entschieden und diese dann noch mit praktischen Teilen (warmer Schal,Unterhemd etc.) ergänzt.

Warum nicht Zucker fasten, sondern Kleidung?

Ich gehe selten Kleidung einkaufen, liebe allerdings Mode. Wenn ich in Vintageläden unterwegs bin, drehen oftmals meine Synapsen durch und ich kaufe irgendein Teil, was ich entweder schon habe, oder nur einmal anziehen werde, weil es zu schräg ist für das Daily Business.

Ich kaufe schon seit Jahren keine Fast Fashion mehr. Doch wenn man ausschließlich Secondhandprodukte kauft, ist der Wert des einzelnen Kleidungsstückes auch nicht immer besonders hoch.

Die meisten meiner Kleidungsstücke haben unter 10 Euro gekostet. Sie sind oftmals nicht besonders hochwertig und gehen schnell kaputt.

Mit dem diesmaligen Reduzieren meines Kleiderschrankes will ich mich vor allem der Qualität der einzelnen Kleidungsstücke widmen.

Slow Fashion - Sure. Aber was für Fashion?

Ich versuche mich in den kommenden Wochen mit Qualitäten von Kleidungsstücken zu befassen und mich dem Thema “Wertigkeit” zu nähern. Auch mit Größen habe ich so meine Probleme. Ich kaufe Teile, die eigentlich nicht passen - nähe sie dann um, was dann und wann mal klappt oder kaufe mir Stücke, die eigentlich eine Nummer zu eng sind - in der Hoffnung, dass sie bald passen werden.

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Fashion and Body.

Mode ist ja genau deshalb etwas Tolles, weil sie jeden Körper, egal wie dieser gebaut ist, unterstreichen, kaschieren, demonstrieren oder verbergen kann.

Wie die meisten, habe auch ich recht viele Kritiken an meinem Körper auszusetzen. Nicht dass ich meinen Körper nicht mögen würde, aber es kommt eben immer wieder vor, dass ich mich unwohl in meiner Haut fühle.

Im Grunde ist es ja so: Es gibt für alles eine Norm.

Für jede Schraube, die man in die Wand bohren kann, gibt es einen passenden Dübel.

Wenn man den falschen benutzt, wird es mit dem Halten schwierig. Mit dem Körper ist das etwas schwieriger. JEDER Körper ist anders und trotzdem gibt es eine Norm von Kleidergrößen. Eigentlich doch kompletter Quatsch? Aber da Einzelanfertigungen ja irgendwie aus der Mode geraten sind (bitte hier das phänomenale Wortspiel beachten - Schulterklopfer an mich selbst), sind wir nun mal mit dieser Norm an Kleidergrößen konfrontiert. Und wenn einmal ein Kleidungsstück nicht passt, sind auf jeden Fall wir selbst daran Schuld, weil wir nicht der Norm entsprechen.

Verrückt, dass wir so denken.

In den kommenden Wochen will ich mich zum einen der Wertigkeit von einzelnen Kleidungsstücken und zum anderen der Norm bzw. der Nichtnorm eines, bzw. meines Körpers widmen und mich mit meinen Zweifeln auseinandersetzen um herausfinden, wie wir mit dem Einkleiden dieser Norm entfliehen könnten.

Ein Projekt, bei dem jede/r mitmachen kann und dazu eingeladen, ist seine/ihre Erfahrungen und Ansichten zu teilen.

Mail an julia@kluntje.eu.

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Julia Radewald