Mode

und

Kon

su

m

Wir wollen so einiges!

Aber was an erster Stelle steht (dicht gefolgt von einem Hund für Lena), ist die Nachhaltigkeit. Das klingt zwar schon ein bisschen abgelutscht aber es gibt soweit wir wissen noch kein neueres fancigeres Wort dafür - und wir überlegen schon ständig, ob uns nicht doch eins einfällt. Wir wollen, dass alle mal wieder auf ihren Konsum klar kommen und sich über den Wert von Produkten und das Ausmaß von Produktion und Industrie bewusst werden.

Wir wollen dabei niemanden anprangern, wir wissen, dass es schwer ist, alles richtig zu machen beim Einkauf. Dass Bioprodukte teuer sind und man oft nicht sicher sein kann, ob man wirklich das Richtige kauft, ob Bio wirklich gleich Bio ist oder ob es doch einen Haken an der Sache gibt. Wir konsumieren auch unglaublich gerne, wahrscheinlich hat der Mensch  das einfach so an sich. Man gönnt sich gern mal was und es macht Spaß, sich neue schöne Dinge zu kaufen, das ist ganz normal. Wir kaufen zum Beispiel unglaublich gerne Klamotten, wir lieben Mode und es macht uns Spaß neue Looks auszuprobieren oder einfach mal etwas Neues zu haben. Das kann man ruhig mal zugeben! Thekla von der Kleiderei hat das mal ganz treffend bei einem Experten-Talk über die Nachhaltigkeit im Betrieb erklärt: Wer sich für Mode interessiert und sich viele Gedanken darum macht, wird oft als oberflächlich abgestempelt. Dabei ist Mode eigentlich eine Form von Kunst und die Gestaltung seines eigenen Erscheinungsbildes ist doch eine kreative und coole Sache, so wie Tätowierungen oder Frisuren. Aber weil es gesellschaftlich überwiegend nicht all zu gut anerkannt ist, wenn man sich viele Gedanken um sein Äußeres macht, spricht man auch lieber wenig darüber. Und das ist so schade! Denn das macht es umso schwerer, sich über die Hintergrundinformationen der Mode auszutauschen. Man kann ruhig dazu stehen, dass man sich viele Gedanken um etwas macht. So kann man kann sich dann gegenseitig Tipps geben und austauschen, einander auf neue Ideen bringen. So ist es bei Mode, Ernährungsfragen, Sport, eigentlich bei Allem, was mit Lifestyle zu tun hat. Wir nennen das Ehrlichkeit 2.0, wenn wir gestehen, dass wir uns gerade viele Gedanken um eine Sache machen, die eigentlich nicht essentiell für das tägliche Leben ist.


 

Also Ehrlichkeit 2.0: Wir gestehen, wir haben wie viele Andere auch oft große Kauflust, denn es macht uns einfach Spaß, schöne Dinge zu kaufen. Ob für die Wohnung oder zum Anziehen. Und wir haben einen Weg gefunden, der sich mit unserer Moral und unserem Budget gut verträgt, sehr individuelle Sachen zu erstehen und zwar Second Hand. In unserem Kleiderschrank findet sich so gut wie nichts Neugekauftes mehr. Alles vom Flohmarkt oder aus dem Vintageladen, viele Sachen sind auch ertauscht, von Kleiderkreisel oder Ebay. Wir haben uns so lange mit der Industrie und dem Massenkonsum auseinander gesetzt, dass wir schon fast ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir doch mal etwas Neues kaufen, wie etwa Socken oder Unterwäsche. Selbst bei solchen Kleinigkeiten ertappen wir uns dabei, wie wir uns für den Neukauf rechtfertigen wollen. Und das ist ja auch Quatsch!


 

Wir hören oft Freunde sagen: “Es ist so schwer, alles richtig zu machen. Es ist so teuer und man weiß nicht, wo man anfangen soll und wenn man erstmal angefangen hat, dann muss man eigentlich so straight sein und es komplett durchziehen und wenn man schon ökofreundliches Spüli gekauft hat, das einen Euro mehr kostet, dann fühlt man sich direkt schlecht, wenn man dazu das herkömmliche Klopapier kauft…”

Man darf nicht so streng mit sich sein! Gerade am Anfang erschlägt es einen, wenn man umdenken will. Aber für’s Erste ist es schonmal ein großer Schritt, überhaupt darüber nachzudenken, was man kauft. Ein Bewusstsein für seinen Konsum zu erschaffen ist der erste Schritt in die richtige Richtung und unterscheidet euch von der breiten Masse, die nichts verändern will. Und nach und nach kommt man auch dahinter, was es mit verschiedenen Siegeln auf sich hat und auf welches man sich verlassen kann. Thekla hat auch gesagt: “Oft stehen Leute vor dem Lebensmittelregal und überlegen, welches Gemüse sie kaufen. Es ist nicht so leicht: Regional oder Bio. Bio ist in Plastik verpackt, regional ist aber nicht Bio. Und Bio ist ja nicht gleich Bio, man hört ja oft, dass Bio oft ein Schwindlersiegel ist, dem man nicht vertrauen kann. Und letztendlich ist die Entscheidung so schwer und man will nicht betrogen werden, dass man doch zum herkömmlichen günstigen normalen Gemüse greift, da weiß man sicher, was man hat.”

Oh no! So wird das ja nie was! Auch wenn man sich nicht immer sicher sein kann, ob das Gemüse -oder was auch immer man kaufen will- so behandelt ist, wie man sich das vorstellt, kann es doch im Grunde nur besser sein. Selbst wenn man nur mit seinem Kauf den Markt so beeinflusst, dass die Nachfrage nach Bio oder regionalen Produkten steigt.

 

Der Artikel wurde von Kati geschrieben, sie selbst beschäftigt sich besonders mit nachhaltigen Hygieneprodukten, was sie mittlerweile auch gerne zugibt. :)

 


Die

nach

halt

ige

Szene

alles grün oder was? Wir wissen bescheid

Als wir aus dem Studium kamen, ist uns selbst aufgefallen, wie schwer es ist, einen Überblick darüber zu haben, wie man am besten und schönsten Mode konsumieren kann. Die Nachhaltige Modeszene ist eine kleine Welt für sich, inzwischen ist sie gewachsen oder wir stecken einfach schon viel tiefer drin als damals, wahrscheinlich beides.

Jedenfalls haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Leute diesbezüglich aufzuklären. Deshalb engagieren wir uns viel für den Fashion Revolution Day und organisieren oft Events wie Kleidertauschpartys oder Ähnliches, um Leute zum Nachdenken anzuregen und auf andere Möglichkeiten des Konsums aufmerksam zu machen.

Wenn ihr euch auch einen Überblick darüber verschaffen wollt, welche Labels nachhaltig produzieren und auf welche Weise, dann empfehlen wir euch für den Einstieg, ein bisschen im Avocadostore zu stöbern. Der Avocadostore ist DER Onlinemarktplatz für nachhaltiges Design. Hier werden nur Marken in den Store aufgenommen, die nachhaltig arbeiten. Man findet hier alles von Mode bis Gartenmöbel, Essen, Bücher, Kosmetik, einfach alles und auch vegan. Für jedes konventionelle Produkt gibt es hier eine

nachhaltige Alternative.

Der Avocadostore hat seinen Sitz auch in Hamburg und wird von Mimi Sewalski geführt, eine unglaubliche Person, die sich mit ihrer unendlichen Girlpower für die verschiedensten Dinge engagiert. “Mimi ist ziemlich von Beginn bei Avocado Store und seit 2013 Geschäftsführerin. Sie ist studierte Soziologin und Kriminologin und geht den Dingen gerne auf den Grund. Sie liebt es, innovative grüne Produkte zu entdecken und sie zu Avocado Store zu bringen.” (Quelle: https://www.avocadostore.de/about )

Wir kennen Mimi schon lange. Bevor es Kluntje überhaupt gab, war sie schon unsere Chefin im Kellnerjob und mit ihrer positiven und motivierten Art hat sie uns dazu inspiriert, auch große Verantwortung in die Hände zu nehmen zu wollen.

 

 

 

Auf der Seite vom Fashion Revolution Day (www.fashionrevolution.org/ ) könnt ihr Einblick hinter die Kulissen der Modebranche gewinnen. Fashion Revolution wurde von einer internationalen Gruppe bestehend aus UnternehmerInnen, AktivistInnen, PressevertreterInnen und AkademikerInnen sowohl aus dem Modebusiness als auch darüber hinaus, ins Leben gerufen, welche die Tragödie des Rana Plaza in Bangladesch als Anstoß verstanden, endlich etwas gegen die Missstände entlang der Lieferproduktionsketten in der Textilindustrie zu unternehmen.

Mit lokalen Gruppen in UK, US und Australien und in über 90 Ländern hat der Fashion Revolution Day weltweit Anerkennung. Der 24. April ist Fashion Revolution Day - ein jährlicher Gedenktag an das Rana Plaza Unglück in Bangladesh, der den Menschen überall den wahren Preis unserer Mode ins Bewusstsein rücken soll. Fashion Revolution ruft dazu auf, Fragen zu stellen, Arbeits-Standards zu überdenken und zu erhöhen, eine Veränderung mit kleinen Schritten zu beginnen und zu zeigen, dass ein Wandel möglich ist.

Auf der Seite kann man sehen, welchen Siegeln und Organisationen man vertrauen kann, warum Transparenz in der Produktionskette so wichtig ist, wie aktuell der Stand der Industrie ist, welche großen Brands wie beispielsweise Adidas oder Burberry versprechen, ihre Materialien durch Biobaumwolle auszutauschen und natürlich warum wir eine Fashion Revolution brauchen. Man kann sich ganz einfach selbst mit beteiligen und Teil der Organisation werden, der Aufhänger dafür ist es, am 24.4. ein Foto zu Posten, auf dem man ein Kleidungsstück verkehrt herum anzieht, sodass das Schild sichtbar ist und den Schriftzug “#whomademyclothes?” (man kann sich das schon als Datei auf der Seite herunterladen) im Bild auftauchen lässt. Man verlinkt dann das Label, von dem das Kleidungsstück ist und Befragt es somit, wer es produziert hat.

Auf der Seite findet man viele liebevoll gemachte Ideen, Illustrationen und Fotos, bei denen man gar nicht anders kann, als sich zu informieren.

Julia hat während ihres Studiums ein Praktikum beim Upcycling Fashion Store in Berlin absolviert, den es inzwischen leider nicht mehr gibt. Dort hat sie mitgeholfen, den ersten Fashion Revolution Day in Deutschland auf die Beine zu stellen und seit dem veranstalten wir auch jedes Jahr etwas Besonderes am Fashion Revolution Day, damit auch in Hamburg etwas statt findet. So hat Julia im April 2017 komplett in Eigenregie die Fashion Revolution Woche in Hamburg organisiert. Diese umfasste tägliche Events, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Expertenvorträge, alles in unterschiedlichen Locations in Hamburg sowie einen Pop-Up Store, in dem die ganze Zeit über Kleidung getauscht wurde. Um das ganze zu promoten, haben wir mit der Hilfe von Victoria Wieder dieses Video gedreht, in dem die Revolutionär/innen der nachhaltigen Fashionszene in Hamburg dazu aufrufen, Kleider zu tauschen. Schaut hier: https://www.youtube.com/watch?v=uzsPvh8s59E

Mit an Board sind: die Kleiderei(https://kleiderei.com/), die nachhaltigen Hamburger Labels Kluntje(http://www.kluntje.eu/) und Bridge&Tunnel(http://bridgeandtunnel.de/), der Hamburger Slowfashion-Blog Kunstkinder-Mag(http://www.kunstkinder-mag.de/) sowie die Inhaberin der B-Lage(http://b-lage.hamburg/), Vanessa Janneck (http://www.vanewonderland.com/) und André Gießelmann, Inhaber des Mojo Stores (https://www.mojo-snowboarding.com/

 

 


Unge

wasch

ene

Textili

en

        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiss

ens

wert

es

Wenn man Modegeschäfte betritt, liegt oft ein merkwürdiger Geruch in der Luft – der Geruch von neuen Produkten. Der ist nicht besonders angenehm aber er ist auch nicht so schlimm, dass man deshalb sofort wieder rausrennen möchte. Eine Freundin, die in einer Modefiliale gearbeitet hat, hat mir mal erzählt, dass man die in Plastik verpackten neue Lieferungen erstmal aufscheiden und auslüften lassen muss, bevor man sie weiter sortiert. Was riecht denn da eigentlich so?

 

 

Die Textilien, die meist aus Entwicklungsländern zu uns in die Geschäfte kommen, haben einen weiten Transportweg hinter sich. Sie kommen in Containern verpackt mit dem Schiff und dann dem LKW bis ins Lager des Geschäftes. Während dieses langen Weges dürfen sie natürlich nicht von Insekten angefressen oder andersweitig beschädigt werden. Um dieses Risiko sicher zu vermeiden, werden die Sachen mit Pestiziden eingesprüht, Giftstoffe, die Schädlinge abhalten. Diese und ein Ladenimage verstärkendes Raumspray sind wohl der Grund für den eigenartigen Geruch in den Geschäften.

 

Die Pestizide sind natürlich auch durch das Auslüften der Textilien noch immer in der Kleidung vorhanden, deshalb sollte man neu Kleidungsstücke vor dem Tragen immer zu erst waschen, das ist wirklich wichtig!

Ich habe Praktikum bei Noa Noa, einem großen dänischen Modelabel gemacht und da haben alle Mitarbeiter die ersten fertigen Prototypen der Kollektion ein paar Tage zur Probe getragen, damit man sicher war, dass das Produkt tragbar und ohne Fehler ist. Und auch da haben alle stets darauf acht gegeben, dass ich die Prototypen in jedem Falle erst wasche bevor ich sie teste.

 

Durch einen Krankheitsfall in der Familie bin ich auf das Thema Aluminium in Deos gestoßen, was oft im Zusammenhang mit Brustkrebs aufkommt. So habe ich einige Zeit recherchiert und mich über das Thema schlau gemacht.

 

“Aluminium ist der Alleskönner in unserem Alltag – ob als rostfreies Baumaterial, als Leichtmetall im Autobau oder als geschmacksneutrale Verpackung. Weniger bekannt ist allerdings: Aluminium ist auch Inhaltsstoff von Medikamenten und Kosmetikartikeln wie Impfstoffen oder Deos.” https://www.arte.tv/sites/de/das-arte-magazin/2013/03/01/die-akte-alu/

 

Arte hat eine interessante Dokumentation über dieses Thema herausgebracht, die wirklich sehenswert ist. Sie heißt “Die Akte Aluminium (AL)” und man kann sie sich ganz einfach bei Youtube reinziehen. Darin geben Experten Interviews über den Zusammenhang von Aluminiumhaltigen Deodorants und Brustkrebserkrankungen.

 

Nach dieser Doku hab ich sofort alle aluminiumhaltigen Deos weggeworfen und versuche generell im Leben darauf zu achten, dass so wenig Aluminium Platz in meinem Alltag findet, wie irgendwie möglich. Das ist gar nicht so einfach, vor allem weil mein Alltag meistens schon mit einer Tasse Kaffee aus dem Espressokocher startet, dessen Filter aus ALu besteht, derzeit suche ich noch nach einer Lösung für dieses Problem. Schon die Herstellung von Aluminium ist sehr giftig und sollte runtergeschraubt werden.

Alu wird wohl auch schnell von Lebensmitteln aufgenommen, was mir als leidenschaftliche Dosenbiertrinkerin ein riesiger Dorn im Auge ist. Joghurtbecherdeckelpapier, Tablettenverpackungen, ...es ist leider nahezu überall

 

Wissenswertes für Hypochandapoeple - wer hat noch Schiss vor Alu?

Eigentlich bin ich relativ furchtlos. Ich würde sogar behaupten, auch ziemlich hart im Nehmen. Wenn ich frei hab, slide ich viel zu lange Rolltreppengelände runter, springe Nackt von irgendwelchen Klippen ins Wasser, halte die Flagge beim Flunkyball hoch, exe gerne durch den Trichter. Ich lebe sozusagen am Limit, manchmal dusche ich sogar kalt. Gerade versuche ich eine von diesen Knallharten zu werden, die auch bei Wind und Regen alle Wege mit dem Fahrrad bestreiten und dadurch so richtig abgehärtet werden, dass sie nie mehr krank im Bett liegen müssen.

Allerdings gibt es ein paar kleine bescheuerte Dinge, bei denen ich ein echter Schisser bin, wie zum Spinnen, ungewaschene Neutextilien und Aluminium.

Spinnen erklärt sich vermutlich von selbst, diese riesigen hochgefährlichen Ungetüme, die einem immer dann auflauern, wenn man am unbewaffnetsten und hilflosesten dasteht – nackt unter der Dusche oder spät abends, wenn man kurz vor dem Einschlafen ist – und einen FRESSEN WOLLEN!!!! Leise und unbemerkt schleichen sie sich an und blecken die Zähne, legen sich schon in Lauerposition und warten nur auf den richtigen Moment, in dem man sich gerade ein bisschen Duschschaum ins Auge gerieben hat, um einen Anzuspringen, im Netz einzuspinnen und auszusaugen. Schon allein diese Videos, bei denen Leute eine riesige Spinnen fangen wollen und die Spinne dann in der letzten Sekunde des Videos auf den Kamerabildschirm springt, lassen mich peinlicher Weise markerschütternd schreien. Nun ja. Aber nun zu den Dingen, vor denen ich meine unwissenden Mitmenschen gerne warnen möchte, über die  lebensbedrohenste Spezies der heutigen Zeit wisst ihr sicherlich selbst schon bescheid.